Ich, mir, meins.
Im Monat Juni ermutige ich euch, euch dem Thema: Ich, Mir, Meines“ zu widmen.
Zu diesem Thema inspiriert wurde ich von der Ayurvedischen
Philosophie vom „Sein und
Werden“. In diesem Augenblick
sind wir „etwas“ (wenn ich mir erlauben darf, mich und
euch Leser als ein „etwas“ zu bezeichnen), und wir sind gerade dabei,
etwas anderes zu werden. Was wir werden kann schlechter, ziemlich gleich oder
besser sein als das was wir momentan „sind“.
Ich habe mich nicht nur mit diesem Konzept befasst, sondern
habe auch aktiv meine Fähigkeiten,
Talente, Wünsche, Stärken und Schwächen in Besitz genommen und mich
offiziell dazu bekannt.
Sie wirklich zu den „meinen“ zu machen war ein interessanter
Prozess, denn ich habe herausgefunden, dass vieles von dem was ich dachte oder
wie ich mich verhielt, auf Informationen beruhte die von außen kam oder die ich aus Büchern oder von anderen Menschen übernommen hatte. Diese Informationen waren
meistens nicht schlecht, sie beruhten nur ganz einfach nicht auf meine direkte
Erfahrung. Daher ist das „ich“ das ich der Welt präsentiere, nicht wirklich "ich"; das "ICH" das ich in meinem innersten Wesenskern
bin, wenn ich all die äußeren Konditionierungen entfernen würde.
Die meiste Zeit unseres Lebens sind wir alle so; wir
durchleben irgendeine Form von Schulung oder Ausbildungssystem und uns wird „gelehrt“ wie wir sein, denken und handeln
sollen. Und wir machen es, denn dann sind wir gute Leute und können in der Gesellschaft
funktionieren.
Natürlich werden
wir mit der Zeit bestimmte, spezifisch geprägte Systeme bevorzugen oder werden von
ihnen angezogen und wir entscheiden uns dann diese Ideen, Ideale und Überzeugungen zu leben. Wir fühlen uns von einer bestimmten
wirtschaftlichen Schicht (Klasse), Bildungs- oder Berufsweg, politische Partei,
Religion etc. angezogen. Oftmals treten wir in die Fußstapfen unserer
Familientradition.
Tradition kann ein sehr guter, positiver und nährender Mechanismus sein. Es kann aber
auch ein Gefängnis für denjenigen sein, der etwas anderes
sein möchte als die
ihm/ihr zugedachte traditionelle Rolle es vorsieht. Viele Menschen haben nie
die Gelegenheit ihr wahres „ICH“ das sie in ihrem Innersten sind, zu
sein.
Während ihr in
diesem Monat euer Bewusstsein erforscht werdet ihr entdecken, dass ihr
Informationen einfach viel zu schnell als wahr oder falsch akzeptiert. Ich habe
dieses Thema bereits in Seminaren erforscht, indem wir mit unseren 5 Sinnen
gearbeitet haben. Menschen gebrauchen primär nur ein oder zwei ihrer 5 Sinneswahrnehmungen,
um dann ihre Schlussfolgerungen zu ziehen. Zum Beispiel: sehr oft sehen wir
etwas und/oder hören wir
etwas und aufgrund dieser begrenzten Information entscheiden wir, ob etwas oder
irgendjemand richtig oder falsch, gut oder schlecht ist. Wir nehmen uns selten
die Zeit, alle Informationen die wir über
die restlichen drei Sinne (Berührung,
Geruch, Geschmack) erhalten, mit einzubeziehen.
Diese begrenzte Integration der Informationen, die wir als
Input über unsere 5 Sinne
erhalten, steht in Zusammenhang mit dem Thema “ich, mir, meins”. Wie kann man erwarten, sich „ganzheitlich“ oder „vollkommen“ zu fühlen, wenn man sich nicht die Zeit
nimmt alle energetischen Stimulierungen die wir erhalten, mit einzubeziehen?
Hier sind also einige kontemplative Fragen:
Wer ist die Person, die du „ich“ nennst?
Was sind die Dinge, die du „mein“ nennst?
Was sind die Gedanken und Taten die du als „meine“ bezeichnest?
