Thema des Monats Juni 2010

Ich, mir, meins.

Im Monat Juni ermutige ich euch, euch dem Thema: Ich, Mir, Meines zu widmen.

Zu diesem Thema inspiriert wurde ich von der Ayurvedischen Philosophie vom Sein und Werden. In diesem Augenblick sind wir etwas (wenn ich mir erlauben darf, mich und euch Leser als ein etwas zu bezeichnen), und wir sind gerade dabei, etwas anderes zu werden. Was wir werden kann schlechter, ziemlich gleich oder besser sein als das was wir momentan sind

Ich habe mich nicht nur mit diesem Konzept befasst, sondern habe auch aktiv meine Fähigkeiten, Talente, Wünsche, Stärken und Schwächen in Besitz genommen und mich offiziell dazu bekannt.

Sie wirklich zu den meinen zu machen war ein interessanter Prozess, denn ich habe herausgefunden, dass vieles von dem was ich dachte oder wie ich mich verhielt, auf Informationen beruhte die von außen kam oder die ich aus Büchern oder von anderen Menschen übernommen hatte. Diese Informationen waren meistens nicht schlecht, sie beruhten nur ganz einfach nicht auf meine direkte Erfahrung. Daher ist das ich das ich der Welt präsentiere, nicht wirklich "ich"; das "ICH" das ich in meinem innersten Wesenskern bin, wenn ich all die äußeren Konditionierungen entfernen würde.

Die meiste Zeit unseres Lebens sind wir alle so; wir durchleben irgendeine Form von Schulung oder Ausbildungssystem und uns wird gelehrt wie wir sein, denken und handeln sollen. Und wir machen es, denn dann sind wir gute Leute und können in der Gesellschaft funktionieren.

Natürlich werden wir mit der Zeit bestimmte, spezifisch geprägte Systeme bevorzugen oder werden von ihnen angezogen und wir entscheiden uns dann diese Ideen, Ideale und Überzeugungen zu leben. Wir fühlen uns von einer bestimmten wirtschaftlichen Schicht (Klasse), Bildungs- oder Berufsweg, politische Partei, Religion etc. angezogen. Oftmals treten wir in die Fußstapfen unserer Familientradition. 

Tradition kann ein sehr guter, positiver und nährender Mechanismus sein. Es kann aber auch ein Gefängnis für denjenigen sein, der etwas anderes sein möchte als die ihm/ihr zugedachte traditionelle Rolle es vorsieht. Viele Menschen haben nie die Gelegenheit ihr wahres ICH das sie in ihrem Innersten sind, zu sein. 

Während ihr in diesem Monat euer Bewusstsein erforscht werdet ihr entdecken, dass ihr Informationen einfach viel zu schnell als wahr oder falsch akzeptiert. Ich habe dieses Thema bereits in Seminaren erforscht, indem wir mit unseren 5 Sinnen gearbeitet haben. Menschen gebrauchen primär nur ein oder zwei ihrer 5 Sinneswahrnehmungen, um dann ihre Schlussfolgerungen zu ziehen. Zum Beispiel: sehr oft sehen wir etwas und/oder hören wir etwas und aufgrund dieser begrenzten Information entscheiden wir, ob etwas oder irgendjemand richtig oder falsch, gut oder schlecht ist. Wir nehmen uns selten die Zeit, alle Informationen die wir über die restlichen drei Sinne (Berührung, Geruch, Geschmack) erhalten, mit einzubeziehen.  

Diese begrenzte Integration der Informationen, die wir als Input über unsere 5 Sinne erhalten, steht in Zusammenhang mit dem Thema ich, mir, meins. Wie kann man erwarten, sich ganzheitlich oder vollkommen zu fühlen, wenn man sich nicht die Zeit nimmt alle energetischen Stimulierungen die wir erhalten, mit einzubeziehen?

Hier sind also einige kontemplative Fragen:

Wer ist die Person, die du ich nennst?

Was sind die Dinge, die du mein nennst?

Was sind die Gedanken und Taten die du als meine bezeichnest?